Wie wäre es mit einem persönlichen Geschäftsführer für 0,13€ oder einem Designer für 0,09€ die Stunde? Für ein paar Cent mehr bekommst du auch gleich noch den Rest der Belegschaft dazu.
Dieses Team steht dir 24/7 zur Verfügung, ohne Pausen und ist immer erreichbar. Der Haken daran? Es ist alles rein digital und die Mitarbeiter existieren nur virtuell. Möglich wird dies durch aktuelle KI-Modelle wie etwa GPT-4, dass KI-Modell welches auch für Chat-GPT verwendet wird.
Die einzelnen virtuellen Mitarbeiter deiner Belegschaft werden als „Intelligenter Agent” oder „KI-Agent” bezeichnet. Und vielleicht helfen sie dir eines Tages dabei, jedes beliebige Problem ganz selbständig zu lösen.
Was ist ein KI-Agent?
Jeder der schon einmal ein aktuelles KI-Programm, wie ChatGPT, verwendet hat, kennt den Ablauf: du übergibst dem Programm einen Befehl und das System gibt dir nach kurzer Rechenzeit eine möglichst passende Antwort. Dieser Befehl, in der KI-Welt „Prompt” genannt, kann eine Frage sein oder eine komplexe und mehrstufige Anweisung. Aber jedes Mal wenn du eine neue Antwort brauchst, musst du auch einen neuen Befehl eingeben.
KI-Agenten hingegen funktionieren anders. Ein KI-Agent (im englischen „AI-Agent”) erhält von dir nur ein Ziel, beispielsweise: „Führe eine Marktanalyse zu aktuellen Elektroauto-Trends durch”.
Mit diesem Ziel machen sie sich dann selbständig an die Problemlösung. Wenn nötig brechen sie das Ziel selbständig in mehrere Teilaufgaben und lösen diese nacheinander in der passenden Reihenfolge. Ganz ohne, dass du erneut mit ihnen interagieren musst.
Ein Agent kann beispielsweise selbständig im Internet recherchieren, Daten sammeln, diese analysieren und am Ende einen vollständigen Bericht erstellen – alles basierend auf deinem ursprünglichen Ziel.
Wie funktionieren KI-Agenten?
KI-Agenten basieren auf Large Language Models (LLMs), also großen Sprachmodellen wie GPT-4 oder Claude. Diese Modelle werden mit zusätzlichen Fähigkeiten ausgestattet:
- Planung: Der Agent kann komplexe Aufgaben in kleinere Schritte zerlegen
- Werkzeugnutzung: Zugriff auf externe Tools wie Websuche, Datenbanken oder APIs
- Gedächtnis: Speicherung von Zwischenergebnissen und Kontext
- Reflexion: Überprüfung und Korrektur eigener Ergebnisse
Diese Kombination ermöglicht es KI-Agenten, autonom zu arbeiten und komplexe Aufgaben zu bewältigen, die über einfache Frage-Antwort-Interaktionen hinausgehen.
Praktische Anwendungsfälle
KI-Agenten können in vielen Bereichen eingesetzt werden:
- Recherche und Analyse: Automatische Marktanalysen, Wettbewerbsbeobachtung
- Content-Erstellung: Blogbeiträge, Social-Media-Posts, Produktbeschreibungen
- Kundenservice: Automatisierte Beantwortung von Anfragen
- Datenverarbeitung: Extraktion und Transformation von Informationen
- Coding-Assistenz: Unterstützung bei der Softwareentwicklung
Die Zukunft der KI-Agenten
Die Entwicklung von KI-Agenten schreitet rasant voran. Was heute noch als experimentell gilt, könnte morgen zum Standard in Unternehmen werden. Die Möglichkeit, digitale Mitarbeiter für wenige Cent pro Stunde arbeiten zu lassen, wird die Art und Weise, wie wir über Arbeit denken, grundlegend verändern.
Wichtig ist dabei: KI-Agenten ersetzen keine menschlichen Mitarbeiter – sie ergänzen sie. Sie übernehmen repetitive Aufgaben und schaffen so Raum für kreative und strategische Arbeit.
Übrigens: Falls du selbst solche KI-Automatisierungen bauen möchtest, empfehle ich dir, einen Blick auf Make oder n8n zu werfen. Damit lassen sich Workflows ohne großen Programmieraufwand automatisieren.